360 Grad: Salle Modulable

Einheit in der Vielfalt

© Volker Kreidler

EIN MODULARES KONZEPT

„Eines Tages, kurz nachdem wir ihm das Modell des Saals gebracht hatten, saß er davor und starrte stundenlang hinein”, erinnert sich Frank Gehry an Pierre Boulez’ Reaktion auf seinen ersten Eindruck von dem später nach ihm benannten Saal. Boulez’ unmittelbare Begeisterung war maßgeblich bestimmt von den schier unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten, die dieser flexible Raum eröffnet. Dank seiner besonderen architektonischen Form können Zuschauerplätze und Bühnenfläche in den verschiedensten Konfigurationen angeordnet werden. Dieses Prinzip einer „Salle modulable“ unterscheidet den Pierre Boulez Saal von anderen Konzertsälen und verleiht ihm eine Sonderstellung in der Musiklandschaft Berlins.

Für deutsche Untertitel bitte auf „CC“ klicken.

SCHWEBENDE ELLIPSEN

Eine einfache Skizze Frank Gehrys in Form eines Ovals war der Ausgangspunkt für die Konzeption des Raums, der der Musik eine 360-Grad-Bühne bietet. Die Nähe des Publikums zum künstlerischen Geschehen ist ein essentielles Element: keine Hörerin und kein Hörer ist mehr als einige Meter von den Ausführenden entfernt. Das Publikum spürt unmittelbar die Energie, die beim Musizieren freigesetzt wird. Die beiden kunstvoll gegeneinander verschobenen Ellipsen von Parkett und Rang erzeugen dabei den Eindruck atemberaubender Schwerelosigkeit.

Für deutsche Untertitel bitte auf „CC“ klicken.

UNMITTELBARE NÄHE

Bis zu 682 Gäste fasst der Saal, dessen Raumkonfiguration von Konzert zu Konzert der musikalischen Besetzung und dem Repertoire neu angepasst wird. Von jedem Punkt des Raumes aus eröffnet sich eine andere Sicht auf das Geschehen, und auch die Interpretinnen und Interpreten gewinnen so immer neue Perspektiven. Die intimen Dimensionen des Pierre Boulez Saals machen ihn zum idealen Ort für Solorecitals und Kammermusikensembles, er bietet aber auch ausreichend Platz für ein mittelgroßes Orchester. Das Konzept der räumlichen Nähe entspringt der Idee, das Verbindende zu betonen und die Kreativität und Konzentration aller zu fördern, die den Saal betreten – egal ob Hörende oder Ausführende.

MEHR ÜBER DEN SAAL