[...] EDWARD W. SAID DAYS 2020 - Pierre Boulez Saal

Wagner and His Others: Jewish, Black, Feminist, and Gay Wagnerians at the Fin-de-Siècle

Künstler

Alex Ross

Keynote Speaker

Prof. Dr. Mena Mark Hanna

Einleitende Worte

Dauer der Veranstaltung: ca. 1h 30m ohne Pause

In englischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung.

Alex Ross geht einer grundlegenden Ambivalenz im Vermächtnis Richard Wagners auf die Spur: Seiner berüchtigten Rolle als Vordenker und Aushängeschild nationalistischer, rassistischer und patriarchaler Werte steht sein nachhaltiger Einfluss auf Autorinnen und Autoren sowie Intellektuelle aus marginalisierten Gruppen gegenüber. Ross verfolgt die Ausbreitung des wagnerianischen Antisemitismus im späten 19. Jahrhundert parallel zu den gegenläufigen Tendenzen wagnerianischer Dekadenz und Erotik – so gelingt es ihm, die verschiedenen Stränge im komplexen Nachwirken des Komponisten mit Blick auf die in die Subalternität gezwungenen Gruppen zu verbinden und ein Portrait des Wagnerismus zu zeichnen, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

 

In englischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung. Kopfhörer können vor Ort ausgeliehen werden. Ein gültiger Lichtbildausweis (alternativ €20) muss als Pfand hinterlegt werden.

Ergänzend zu Vorträgen und Musik ist während der Edward W. Said Days 2020 im Foyer der Barenboim-Said Akademie die Ausstellung Dry mit Werken des Fotografen Abdo Shanan zu sehen.

Alex Ross

Alex Ross ist seit 2006 Musikkritiker des New Yorker. Sein erstes Buch, The Rest Is Noise: Listening to the Twentieth Century (dt. The Rest Is Noise: Das 20. Jahrhundert hören, 2009), eine Kulturgeschichte der Musik des 20. Jahrhunderts, wurde mit dem National Book Critics Circle Award ausgezeichnet und stand in der Endauswahl für den Pulitzer Prize. Sein zweites Buch, die Essaysammlung Listen to This, gewann einen ASCAP Deems Taylor Award. 2020 erscheint Wagnerism: Art in the Shadow of Music, das sich mit dem immensen kulturellen Einfluss Richard Wagners auseinandersetzt, bei Farrar, Straus and Giroux in den USA und bei Rowohlt in Deutschland. Alex Ross erhielt Fellowships der Guggenheim Foundation und der MacArthur Foundation sowie den Arts and Letters Award der American Academy of Arts and Letters.

Leseempfehlungen

Alex Ross, Toscanini, Trump, and Classical Music as a Tool of Power, The New Yorker, July 12, 2017

Alex Ross, When the Genius is also a symbol of hate, where does that leave us?, The Harvard Gazette, April 18, 2018

Alex Ross, The Rest is Noise (Blog) 

Alex Ross, The Rest is Noise (Buch)

Alex Ross, Wagnerism: Art in the Shadow of Music (Erscheint 2020)