Künstler

Elizabeth Wilson

Keynote Speaker

Mena Mark Hanna

Einleitende Worte

Dauer der Veranstaltung: ca. 1h 30m ohne Pause

Art Tongue-tied by Authority:
Power and Subversion in Soviet Musical Culture

In englischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung.

Elizabeth Wilson spricht über Musik in der Sowjetunion. Ihren Ausgangspunkt bildet dabei Dmitri Schostakowitsch, der erste Komponist, den die Sowjetunion selbst hervorgebracht hatte. Die öffentliche Stellung Schostakowitschs im Rampenlicht – oder als Sündenbock – wurde von seinen Zeitgenossen als Indikator für die ideologische Großwetterlage mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Um sein Überleben als Künstler in einer Diktatur zu sichern, musste er Kompromisse eingehen. Doch Kompromisse können viele Gestalten annehmen, und Schostakowitsch wurde schnell zum Meister der Ambiguität, der in seiner Musik vielschichtige Bedeutungen transportierte. Sein Verständnis für die Macht der Subversion erlaubte es ihm, der repressiven kulturellen Ideologie des Stalinismus etwas entgegenzusetzen. Im Zentrum dieses Spannungsfeldes steht Schostakowitschs Vertonung des 66. Sonnetts von William Shakespeare, das Boris Pasternak in den düstersten Jahren des Stalinismus ins Russische übersetzte:

Und Kunst im Zungenbande der Gewalt,
Und Schulenunsinn, der Vernunft entgeistert
Und schlichte Wahrheit, die man Einfalt schalt,
Und wie vom Bösen Gutes wird gemeistert:
Müde von alle dem, wär Tod mir süß

 

In englischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung. Kopfhörer können vor Ort ausgeliehen werden. Ein gültiger Lichtbildausweis (alternativ €20) muss als Pfand hinterlegt werden.

Ergänzend zu Vorträgen und Musik ist während der Edward W. Said Days im Foyer der Barenboim-Said Akademie die Ausstellung Dry mit Werken des Fotografen Abdo Shanan zu sehen.